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Interkultureller Festkalender 2007 bis 2008

Pilgerreise und Wallfahrt im Christentum

Das Christentum und besonders das katholische Christentum kennt unzählige Wallfahrtsorte zu Heiligen Stätten auf der ganzen Welt. Allerdings ist die Teilnahme an einer Wallfahrt anders als im Islam nicht für das persönliche Heil notwendig und somit keine religiöse Pflicht. Gleichwohl nehmen jährlich mehr als 40 Millionen Pilger auf der ganzen Welt an Pilgerreisen teil. Nachzuweisen sind Wallfahrten seit dem 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung.

Vom Protestantismus wurden bereits am Anfang Wallfahrten abgelehnt. Für Luther waren sie "Übel geraten" und die Praxis eine Wallfahrt als Teil eines Gelübdes durchzuführen nannte er "Narrenwerk". Für Zwingli waren Wallfahrten sogar "antichristlich" und Calvin beschrieb sie als Ausdruck "offenkundiger Gottlosigkeit"

Altötting ist der bekannteste Wallfahrtsort in Bayern. Ziel der Pilger ist seit 1420 unserer Zeitrechnung das Gnadenbild der Mutter Gottes, eine Statue aus dem Jahr 1300. Die älteste Wallfahrt Süddeutschlands ist jedoch die Pilgerreise nach Andechs zu den Andechser Heiligtümern zu den Kreuze und Reliquien aber auch drei Hostien. Die größten christlichen Wallfahrtsorte der heutigen Zeit sind Lourdes, Fatima und Santiago de Compostela.

Die meisten Wallfahrten gehen auf Marienerscheinungen zurück, wie zum Beispiel die Pilgerfahrt zu einer heiligen Grotte in Lourdes am Nordrand der Pyrenäen. In dieser Grotte nach katholischem Glauben das Mädchen Bernadette Soubirous im Zeitraum vom 11. Februar bis 16. Juli 1858 zusammen 18 Marienerscheinungen. Dem heiligen Wasser von Lourdes, das in dieser Grotte seit Februar 1858 aus einer Quelle entspringt ist, wird heilende Wirkung nachgesagt. Allerdings wurden seither nur 66 Heilungen auch kirchlich anerkannt.

Auch die Wallfahrt nach Fatima (Portugal), die seit 1917 entstand geht auf eine Marienerscheinung zurück.

Die Wallfahrt nach Santiago de Compostela am Jakobsweg entlang hingegen führt zu dem Ort, wo nach katholischer Legende am Anfang des 9. Jahrhunderts die sterblichen Überreste des Apostel Jakobus gefunden wurden.

An der jährlichen Wallfahrt der Sinti und Roma in das französische Saintes-Maries-de-la-Mer zur Schwarzen Sarah nehmen jährlich mehrere tausend Roma teil.

Die größte römisch-katholische Wallfahrt findet jedoch in das mexikanische Guadelupe statt; an ihr beteiligen sich mehr als 14 Millionen.

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Wallfahrt und Pilgerzeichen
Wallfahrtsgeographie des mittel- und norddeutschen Raumes. Ein Projekt des Lehrstuhls für Christliche Archäologie, Denkmalkunde und Kulturgeschichte an der Theologischen Fakultät der HU Berlin.

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nach oben | 2002 - 2007 © Kerstin Probiesch - zuletzt geändert am 29. Juli 2005

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