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Interkultureller Festkalender 2007 bis 2008

Blumensymbolik und Pflanzensymbolik - Beifuß - Artemisia Vulgaris

Beifuß

Andere Namen: Habaq ar-Rahi, Ngaai chou, Hou sohk, Yeh ngaai, Mugwort, Oshu-yomogi, Maguwato, Nat,Ngai cuu, Thuoc cuu

Der Beifuß wurde früher auch als "Mutter der Pflanzen" bezeichnet. Er gehört zu den Korbblütengewächsen. Sein deutscher Name leitet sich vom mittelhochdeutschen "bivuoz" ab, was soviel heißt wie "stoßen, schlagen".

Der Beifuß ist eines der sieben bzw. neun Kräuter aus denen die Johanniskränze geflochten werden. Sie werden in der Johannisnacht, vor die Häuser gehängt zur Abwehr von Schaden und Misserfolg, verursacht durch böse Kräfte und Dämonen.

Für diese abwehrenden Eigenschaften, die dem Beifuß im Volksglauben und Volksbrauchtum zugesprochen wird finden sich im interkulturellen Vergleich einige Parallelen mit asiatischen Kulturen.

Belegt ist die Verwendung von Beifuß zu Abwehr von Unglück in einigen Volksbräuchen dieser Länder und zwar vor allem am Tag der Doppel-Fünf des Mondkalenders. Dieser Tag ist der fünfte Tag des fünften Mondmonats und an ihm findet traditionell in China, Taiwan und Singapur das Drachenbootfest, in Japan heißt dieser Tag Tango No Sekki, in Korea werden die Tano-Feste gefeiert und in Vietnam wird der Tet Doan Ngo begangen.

In der chinesischen Symbolsprache, wo der der Beifuß zu den "Acht kostbaren Dingen" gehört, hängen die Menschen am fünften Tag des fünften Mondmonats zur Abwehr von Unglück Beifuß-Zweige vor die Häuser. Außerdem wird er seit Jahrhunderen sowohl als Mittel gegen Malaria als auch bei der Wärmetherapie verwendet. In Korea werden Reiskuchen gewürzt mit Beifuß zubereitet. Dort steht der Beifuß sogar in Verbindung mit dem Entstehungsmythos Koreas. Der Mythos berichtet von Hwanung, einem göttlichen Wesen, der von einem Tiger und einem Bär gebeten wurde aus ihnen Menschen zu machen. Hwanung gab den Tieren Knoblauchzehen und Beifuß. Außerdem sollten sie für 100 Tage die Sonne meiden. Der Bär erfüllte diese Vorgaben und aus ihm wurde eine Frau mit dem Namen Ungnyeo. Sie heiratete Hwanung und hatte mit ihm den Sohn Dangun, der als legendärer Gründer Koreas gilt.

Neben der Dämonenabwehr wurde der Beifuß in Europa auch zum Liebeszauber eingesetzt. So sollen Johanniskränze, die unter das Kopfkissen gelegt werden, Glück in der Liebe bringen. Bekannt ist auch eine frühere Verwendung des Beifuß' bei der Geburtshilfe. Auf diesen mythologischen Aspekt und damit auf die griechische Göttin Artemis, der der Beifuß geweiht war, in ihrer Funktion als Geburtshelferin verweist noch sein Name "Artemisia Vulgaris".

Links:

Beifuß
Diese sehr ausführliche Beschreibung des Beifuß' ist Teil eines größeren Lexikons zum Thema Gewürz- und Heilpflanzen von Herrn Gernot Katzer, der mir freundlicherweise das Foto (oben rechts) zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank dafür.

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nach oben | 2002 - 2007 © Kerstin Probiesch - zuletzt geändert am 29. Juli 2005

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