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Interkultureller Festkalender 2007 bis 2008

Tempelberg und Felsendom

Nach jüdischem Glauben stand hier der Tempel Salomons. Heute ist der Tempelberg vor allem in der islamischen Welt unter dem Namen "Felsendom" bekannt und für Muslime das drittwichtigste Heiligtum.

Im 10 Jh. vor unserer Zeitrechnung erbaute König Salomo den Tempel, in welchem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Ganz in der Nähe befindet sich der 17 mal 13 Meter große Felsbrocken auf welchem (nach der Überlieferung) Abraham seinen Sohn Isaak opfern sollte. Seit 1300 Jahren steht dort der Felsendom, erbaut 691 nach unserer Zeitrechnung vom Khailfen Abd al-Malik.

Der Mittelpunkt der muslimischen Verehrung ist eben dieser Felsbrocken, der für die Muslime der Ort der Nachtfahrt Muhammads ist. So heißt es im Koran:

"Gepriesen sei der, der mit seinem Diener bei Nacht von der heiligen Stätte (der Kaaba in Mekka) nach der fernen Kultstätte (dem Tempel in Jerusalem), deren Umgebung wir gesegnet haben, reiste, um ihn etwas von unseren Zeichen sehen zu lassen."

Dies und noch viel mehr die mündliche Überlieferung machen diesen Ort zu einem unverzichtbaren Heiligtum der islamischen Religion. Die ausgeschmückte Legende berichtet die Nachtfahrt Muhammads wie folgt: Auf Anweisung des Engels Gabriel bestieg Muhammad ein Himmelswesen mit Flügeln und dem Antlitz einer Frau, dessen Rumpf eine Mischung aus Pferd und Esel darstellte: Al-Buraq (Der Blitz). Auf ihrem Rücken ritt er nach Jerusalem, wo er den Propheten begegnete und mit ihnen an jener Stelle betete, wo einst der Tempel des Salomon gestanden hatte. Er stieg durch die sieben Himmel zu Gott, der ihn die Form der richtigen Betens lehrte und kehrte noch vor Ende der Nacht nach Mekka zurück. Im Felsendom werden noch heute einige Reliquien des Propheten aufbewahrt, unter anderem seine Haare, und dort können auch die Gläubigen die rituelle Umkreisung des Heiligtums, wie bei der Kaaba vollziehen - wenngleich dies nicht als Ersatz für die Pilgerfahrt nach Mekka zu sehen ist.

Das Betreten des Tempelberg war ausschließlich den Hohepriestern vorbehalten und ist Tradition der jüdischen Orthodoxie. Eine Tradition, die jedoch auch immer wieder durchbrochen wird. An dem Ort, wo der erste und der zweite Tempel stand, soll - so Gruppen der jüdischen Orthodoxie - auch der dritte entstehen und einige wollen nicht darauf warten, sondern selber den Grundstein dafür legen, so geschehen durch eine kleine Rabbinergruppe rund um Shlomo Goren vor 10 Jahren.

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Web www.feste-der-religionen.de

Nach oben | 2002 - 2007 © Kerstin Probiesch - zuletzt geändert am 29. Juli 2005

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