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Symbole der Weltreligionen

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Interkultureller Festkalender 2007 bis 2008

Japanische Feste: Gion Matsuri

Gion Matsuri ist einer der drei Hauptfeste und das wichtigste Fest der Sommermonate.

Einleitung

Matsuri sind die religiöse Feste Japans und stehen vor allem mit der Shinto Religion, der ältesten japanischen Religion, in Verbindung. Im Zentrum des Shinto Glaubens und seiner Feste stehen die Kami. Dies drückt sich bereits im Begriff Shinto aus, der soviel heißt wie "Der Weg der Kami".

Die Kami

Was sind die Kami? Eine gute Erklärung findet sich auf den Seiten der Religionskundlichen Sammlung in Marburg.

"Kami wird häufig mit "Gott" [...] übersetzt, aber eigentlich bezeichnet es all das, was bei den Menschen Ehrfurcht hervorruft, was geheimnisvoll und übernatürlich ist [...] Götter, Geister, Naturelemente wie z.B. Sonne, Berge (insbesondere der Berg Fuji), Steine oder Wind, aber auch Ahnen oder herausragende Persönlichkeiten."

Der japanische Shinto kennt acht Millionen Kami. Diese Zahl ist keineswegs wörtlich zu sehen, sondern bedeutet soviel wie unendlich. Zudem ist die Zahl der Kami nicht statisch, sondern es kommen immer mehr Kami hinzu. So ist auf der Homepage der Religionskundlichen Sammlung zum Thema Shinto zu lesen, dass beispielsweise "Robert Koch, der Entdecker des Tuberkelbazillus, in den Kreis der Kami aufgenommen wurde".

Informationen zu Gion Matsuri

Gion Matsuri dauert vom 1. bis zum 29. Juli und ist eines der drei wichtigsten japanischen Feste. Ausgerichtet wird es vom Yasaka Schrein, der in der Heian Zeit Gion Schrein genannt wurde. In dieser Zeit (794 - 1185) wurde der Schrein bzw. Tempel von buddhistischen Mönchen und Shinto-Priestern gemeinsam geleitet. Sein Fest wird seit dem 869 gefeiert und hat seinen Ursprung in einer Seuchenplage, die mit einer Zeremonie für die grollenden kami gestoppt werden sollte. Seit 970 wird es jährlich gefeiert. Einer der Höhepunkte des Festes ist der 17. Juli. An diesem Tag findet ein Festumzug mit 32 Wagen statt. Am 24. Juli gibt es ein Tanzparade.

Susano - der wichtigste Kami des Gion-Feste

Einer der Kami, die beim Gion-Fest im Mittelpunkt der Zeremonien stehen ist Susano-Onomikoto, ein männlicher Wald-Kami, der auch die Herrschaft über den Sturm hat. Susano ist der Bruder der Sonnen-Kami Amaterasu und gehört zu den ältesten Kami. Ein friedliches geschwisterliches Verhältnis verbindet die beiden jedoch nicht. So tötete Susano eine der Dienerinnen Amaterasus, woraufhin diese sich in eine Höhle verkriecht und die Welt dunkel wird. Nach der japanischen Mythologie ist diese Begebenheit der Ursprung des Tohji-Taisai-Festes, der japanischen Wintersonnenwende.

Aber kommen wir zurück zu Susano. Susano wird nachdem er Amaterasu derart verärgert hat auf die Erde verbannt, wo er in Izumo der Vater des ersten japanischen Herrschergeschlechts wird. Er rettet seine spätere Frau aus den Fängen eines Drachens und findet bei dieser Gelegenheit ein Schwert, dass er Amaterasu im Tausch über die Herrschaft über den Sturm schenkt. Dieses Schwert gehört heute zu den Kroninsignien des japanischen Kaisers. Es geht jedoch unfriedlich weiter, denn Amaterasu möchte, dass ihr Sohn Ninigi auf der Erde herrscht. Schließlich kommt es zu einer Vereinbarung. Ninigi bleibt auf der Erde und wird der Ahnherr der japanischen Kaiserfamilie, die bis heute an der Macht ist. Im Austausch für seine verlorene Herrschaft bekommt Susano die Macht über das Okkulte (Verborgene) sowie über Exorzismus und medizinische Kenntnisse und verbleibt schließlich bei seiner Mutter in der Unterwelt.

Links

Gion Matsuri in Kyoto
Diashow zum Gion-Fest. Die Bilder enthalten leider keine Textthinterlegung und nur wenige Beschreibungstexte, so dass diese Linkempfehlung leider nur für sehende Internetnutzer wirklich empfehlenswert ist.
Gion Fotos
Fotos der Parade am 17. Juli. Leider gibt es keine ausführlichen Bildbeschreibungen
Gion Parade
Film der Parade im QuickTime Format. Sie benötigen dafür den QuickTime Player

Google
 
Web www.feste-der-religionen.de

nach oben | 2002 - 2007 © Kerstin Probiesch - zuletzt geändert am 03. Juli 2005

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