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Interkultureller Festkalender 2007 bis 2008

Die Demeter-Mysterien (Eleusinische Mysterien) der Antike

Demeter war eine Muttergöttin und die griechische Göttin des Ackerbaus, der Ernte und der Fruchtbarkeit. Ihre römische Entsprechung war die Göttin Ceres. Von beiden ist nur noch der Mythos übrig geblieben und die Feste und Mysterien, die zu Ehren dieser Göttin begangen wurden sind längst erloschen. Einzig Ceres begegnet uns noch in dem Wort "Zerealien" und als Bezeichnung für einen Asteroiden in Astronomie und Astrologie.

Demeter gehörte zu den 12 Olympischen Göttern. Sie war Tochter des Kronos (römisch: Saturn) und Schwester des Zeus. Ihre gemeinsame Tochter war Persephone (römisch: Proserpina). Obwohl sie zu den Olympischen Göttern gehörte verbrachte wenig Zeit dort.

Sie war die Göttin der Fruchtbarkeit und der Pflanzen. Die Pflanzenwelt wurde personifiziert in Persephone.

Demeter besuchte viele Orte und wurde in der gesamten griechischen Welt verehrt. Besonders gern soll sie sich der Sage nach in Eleusis aufgehalten haben, wo auch ihr zentrales Heiligtum stand. Dieses Heiligtum war zugleich das Zentrum der Demeter-Mysterien.

Die Mysterienfeiern der Demeter wurden im Monat September bzw. Oktober durchgeführt und es nahmen mehrere Tausend Menschen an diesem Mysterienkult Teil. Eleusis befindet sich nur 20 km von Athen und jährlich im Herbst machten sich Hunderte Athener auf den Weg, um an den Mysterienfeiern der Demeter teilzunehmen. Auch bis heute bekannte Persönlichkeiten der Geschichte waren in die Mysterien der Demeter eingeweiht, wie zum Beispiel Mark Aurel, Cicero und der Kaiser Julian. Die Mysterien der Demeter wurden bis in die Spätantike gefeiert und Eleusis war zeitweise sogar ein internationaler Wallfahrtsort.

Die Göttin Demeter und ihr Mythos

Zentrales Thema der Mythen, die den Demetermysterien zu Grunde liegen, war der Raub ihrer Tochter Persephone durch Hades, den Gott der Unterwelt. Die älteste und verbreitetste Version dieses Mythos ist der Demeterhymnos von Homer.

Hier der Mythos in Kurzform:

Persephone, die gemeinsame Tochter von Demeter und Zeus, wurde von Hades in die Unterwelt entführt. Demeter war so traurig über den Verlust ihrer Tochter, dass sie über die Lande zog und in ihrer Trauer und Wut für einen langen Winter sorgte. Die Menschen hungerten und schließlich wurde vereinbart, dass Persephone wieder an die Oberfläche durfte. Da sie jedoch in der Unterwelt von einem Granatapfel gegessen hatte, war sie Teil der Unterwelt geworden und musste ein Drittel des Jahres dort verbringen.

Dieser Mythos ist die Grundlage des Mysteriendrama der Demeter wie es in Eleusis jedes Jahr im Herbst gefeiert wurde. Er kann zugleich als mythologische Begründung für den Wechsel der Jahreszeiten gesehen werden.

Die Mysterien der Demeter

Der Mysterienkult der Demeter wurde von Angehörigen berühmter Familien durchgeführt, wobei die Eumolpiden die Priesterfunktionen übernahmen.

Jährlich im Herbst machten sich Tausende Menschen auf den Weg von Athen nach Eleusis und bereits die Pilgerreise an das zentrale Heiligtum der Demeter kann als Vorbereitung auf die Teilnahme an den Mysterien angesehen werden.

Die Wallfahrt wurde von Gesängen und Gebeten begleitet. Es wurden vorbereitende Reinigungszeremonien durchgeführt, die durch rituelles Fasten ergänzt wurden. Die rituelle Reinheit wurde durch das Anlegen weißer Kleidung demonstriert.

Die Teilnehmer führten außerdem heilige Gegenstände mit sich, die in einer Kiste aufbewahrt wurden. Welche Gegenstände jedoch in diese Kiste aufbewahrt wurden, ist nicht bekannt und gehört möglicherweise bereits in den Bereich der Mysterien über den die Teilnehmer nicht reden durften. Bekannt ist lediglich, dass bestimmte Rituale mit diesen Gegenständen als Vorbereitung auf die Mysterien durchgeführt wurden. Clemens von Alexandrien berichtet davon folgendes:

Ich fastete - ich trank den Mischtrank (Kykeon)
Ich nahm aus der Kiste,
ich hantierte (mit Gegenständen)
und legte dann in den Korb
und aus dem Korb wieder in die Kiste.

Zitiert nach Hans Kloft, Mysterienkulte der Antike, S. 21

Das Trinken des Kykeon entspricht dabei dem Getränk, das die Göttin Demeter bei ihrer Wanderung über die Erde, bei der Suche nach ihrer Tochter getrunken haben soll. Nach Homer soll es sich bei diesem Getränk um eine Mischung aus "Gerste und Wasser mit zarter Minze" gehandelt haben, so schreibt er in seinem Demeterhymnos.

Im Anaktoron, einem Saal im Zentralheiligtum der Demeter, fand jährlich die Befreiung der Persephone aus der Unterwelt statt. Geleitet von einem Priester und offenbar begleitet von Licht- und Dunkelheitseffekten und unter Verwendung von Feuer und Rauch verhilft der Priester der Persephone ihr durch einen Gong aus der Unterwelt.

Indem der Mythos von Demeter und Persephone durch die Teilnehmer wiederholt wird, hatten sie Teil an der Heiligkeit des Geschehens, denn dem Mythos nach wurden die Mysterien von der Göttin selber gestiftet. So hatten die Teilnehmer Anteil an dem Wechsel der Jahreszeiten, der Wiederkehr des Frühjahrs und der Fruchtbarkeit. Sie wurden Teil dieser Jahreszyklen und Teil der Heiligkeit der Göttin Demeter.

Die Teilnahme an den Mysterien und seinen Ritualen waren für die Eingeweihten offenbar mit großen Glücksgefühlen verbunden und Homer berichtet davon wie folgt:

Selig der Erde bewohnende Mensch, der solches gesehen.
Doch wer die Opfer nicht darbringt oder sie meidet, wird niemals
Teilhaft solchen Glücks; er vergeht in modrigem Düster

Homer, Demeterhymnos 480 - 482, zitiert nach Hans Kloft, Mysterienkulte der Antike.

Die Mysterien der Demeter erloschen 395 nach unserer Zeitrechnung durch einen Krieg mit den Goten unter König Alarich, dessen Truppen den Tempel in Eleusis zerstörten. Bereits drei Jahre vorher waren sie durch ein Dekret des Kaisers Theodosius I. verboten.

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Nach oben | 2002 - 2007 © Kerstin Probiesch - zuletzt geändert am 29. Juli 2005

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